Herz schützt, wer Grenzen setzt: Dein Mini-Manual für Psychohygiene in der Pflege und Betreuung
von ©Michael Bleek, Der Gerontotherapeut, 2026
In der Seniorenbetreuung geben wir jeden Tag unglaublich viel – Herzblut, Geduld und Zeit. Aber Hand aufs Herz: Wer kümmert sich eigentlich um dich, während du dich um andere kümmerst? Damit deine Empathie nicht zum Burnout führt, ist Psychohygiene kein "Luxus", sondern deine Pflicht dir selbst gegenüber.
Alles beginnt mit der inneren Haltung: Abgrenzung ist nicht gleich Ablehnung. Du darfst mitfühlen, ohne die Last der Welt auf deinen eigenen Schultern nach Hause zu tragen. Akzeptiere, dass du nicht perfekt sein musst – "gut genug" ist in einem emotional so fordernden Job oft eine Meisterleistung.
Um den Stress nicht in dein Privatleben zu schleppen, helfen kleine Schleusen-Rituale.
Wasche dir nach der Schicht bewusst die Sorgen des Tages mit den Händen ab oder nutze den Heimweg für eine bewusste Atempause, um die "Pfleger-Rolle" abzulegen.
Such dir im Alltag kleine 5-Minuten-Inseln: Ein tiefer Atemzug am offenen Fenster oder ein bewusster Schluck Wasser können Wunder wirken, um das Nervensystem kurz zu regulieren.
Nutze außerdem die Ampel-Methode für den täglichen Check-in mit dir selbst: Bist du noch im grünen Bereich und fühlst dich kraftvoll? Oder bist du schon "gelb" – gereizt und erschöpft? Wenn die Ampel auf Rot springt, ist es Zeit, die Notbremse zu ziehen und Hilfe zu suchen, sei es durch Supervision oder das Gespräch mit Kollegen.
Vergiss nie: Humor ist erlaubt! Lachen ist ein Ventil, das Druck ablässt.
Dein Merksatz für heute: Du kannst nicht aus einer leeren Tasse einschenken. Sorge zuerst für dich, damit dein Licht auch morgen noch für andere leuchten kann.
Kommentar hinzufügen
Kommentare