Korsakow-Demenz Kurz und Bündig

Veröffentlicht am 2. März 2026 um 11:28

Korsakow-Demenz (Korsakow-Syndrom) 
© Michael Bleek, Der Gerontotherapeut, 2025

 

Was es ist:

Das Korsakow-Syndrom ist eine Gedächtnis- und Orientierungsstörung, die in der Regel durch schweren, langjährigen Alkoholmissbrauch in Verbindung mit Vitamin-B1-(Thiamin)-Mangel entsteht.

Durch den Mangel kommt es zu Nervenschäden im Gehirn, besonders in Bereichen für Gedächtnis und räumliche Orientierung.

Kernpunkt:

Das Kurzzeitgedächtnis ist stark gestört, während lange zurückliegende Erinnerungen oft erstaunlich gut erhalten bleiben.

 

Typische Anzeichen

Neue Informationen können nicht gespeichert werden.

Man vergisst z. B. fünf Minuten später, was gerade gesagt wurde.

Frühe Erinnerungen (Kindheit, Jugend) bleiben dagegen oft klar.

 

Konfabulationen:

Betroffene füllen Gedächtnislücken unbewusst mit erfundenen Geschichten – nicht absichtlich, sondern als Schutzfunktion.

Desorientierung in Zeit, Ort und Situation.

Antriebsschwäche oder extremes Routinen-Festhalten.

Häufig fehlender Krankheits-Einblick.

 

Wichtige Haltung im Umgang

Nicht korrigieren, nicht „überführen“ – die Geschichten dienen Selbstschutz.

Ruhige, klare Orientierung und gleichbleibende Abläufe.

Feste Bezugspersonen geben Sicherheit.

Keine Überforderung – Informationen klein, klar und wiederholt geben.

Wertschätzung statt Moral – die Erkrankung ist nicht selbstverschuldet im Hier und Jetzt, auch wenn die Ursache klar benannt ist.

 

Pflege- und Betreuungsfokus

Struktur = Stabilität.

Routinen fest verankern (Tagespläne, feste Ansprechpersonen, bekannte Abläufe).

Reizüberflutung vermeiden.

Gedächtnisanker nutzen (Fotos, persönliche Gegenstände, gewohnte Möbel).

Ruhiges Tempo – keine Korrektur-Diskussionen.

Kernbotschaft:

Beim Korsakow-Syndrom braucht es Geduld, Führung durch Ruhe und eine stabile Tagesstruktur.

Die Vergangenheit bleibt ein Türöffner für Beziehung.

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