Demenz verstehen – wie die Diagnose gestellt wird

Veröffentlicht am 2. März 2026 um 11:10

Demenz verstehen – wie die Diagnose gestellt wird
© Michael Bleek, Der Gerontotherapeut, 2025

 

Viele Menschen bemerken zuerst kleine Veränderungen: Vergesslichkeit, Unsicherheit, Wiederholungen.

Doch ab wann spricht man wirklich von Demenz – und wie wird das sicher festgestellt?

Die Diagnostik ist ein strukturierter Prozess und besteht immer aus mehreren Bausteinen:

  1. Gespräch und Beobachtung

Der Arzt oder Gerontotherapeut fragt nach dem Alltag:

Was fällt schwerer? Gibt es Veränderungen in Stimmung, Orientierung, Sprache oder sozialem Verhalten?

  1. Standardisierte Gedächtnistests / Fragebögen

Sie prüfen Aufmerksamkeit, Sprache, Kurzzeitgedächtnis und Problemlösung.

Häufig genutzt werden u. a.:

MMST (Mini-Mental-Status-Test)

Uhrentest

MoCA-Test (Montreal Cognitive Assessment)

DemTect

Diese Tests helfen, das Stadium einzuschätzen und Unterschiede zwischen normaler Vergesslichkeit und beginnender Demenz zu erkennen.

  1. Blutuntersuchungen

Um auszuschließen, dass die Ursache nicht Demenz, sondern z. B. Vitaminmangel, Schilddrüse oder Medikamente sind.

  1. Bildgebende Verfahren

MRT oder CT zeigen Veränderungen im Gehirn, z. B. eine Alzheimer-typische Schrumpfung bestimmter Hirnareale oder Durchblutungsstörungen bei vaskulärer Demenz.

Das ist wichtig, weil verschiedene Demenzformen unterschiedlich begleitet werden.

  1. Beobachtung im Alltag

Bei Bedarf wird die Funktion im täglichen Leben berücksichtigt:

Orientierung, Essverhalten, persönliche Pflege, Kommunikation.

Das ergibt ein vollständiges Bild – nicht nur Werte auf Papier.

Warum das alles wichtig ist

Die Diagnose ist kein Etikett.

Sie ist ein Kompass, damit Unterstützung rechtzeitig und sinnvoll erfolgen kann:

Fähigkeiten länger erhalten

Überforderung reduzieren – für Betroffene und Angehörige

Sicherheit im Alltag schaffen

passende Medikamente und Therapieformen einsetzen

frühzeitig Strukturen, Rituale und Hilfen etablieren

Frühe Klarheit bedeutet:

Wir handeln, bevor es schwierig wird.

Wir begleiten würdevoll – mit Herz, Verstand und Verantwortung.

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