Demenz ist mehr als Vergesslichkeit“ – was Angehörige wissen sollten
© Michael Bleek, Der Gerontotherapeut, 2025
Demenz wird oft mit schlichtem Vergessen verwechselt. Doch es steckt weit mehr dahinter. Angehörige sollten sich dieser Aspekte bewusst sein, um besser zu verstehen und zu begleiten:
- Nicht nur Gedächtnisverlust
Menschen mit Demenz verlieren nicht bloß Erinnerungen — auch Orientierung, Vertrautes, Sicherheit und Selbstverständlichkeit können schwinden.
- Verändertes Erleben & Wahrnehmung
Tagesabläufe, die uns selbstverständlich erscheinen, können überwältigend sein. Geräusche, Muster, Lichtverhältnisse oder Gerüche können stressen.
Auch Sinnestäuschungen, Wahnvorstellungen oder verzerrte Wahrnehmungen sind möglich.
- Typische Verhaltensweisen
Wiederholungen: Dieselben Fragen oder Handlungen mehrmals.
Nächtliche Unruhe / Wandern – oft Ausdruck von Verunsicherung.
Aggressives Verhalten – nicht selten ein Hilferuf in Überforderung.
- Kommunikation mit Einfühlung
Langsamer, klarer sprechen
Blickkontakt halten
Einfache Bilder und Worte wählen
Geduld zeigen — jeder Moment zählt
- Die eigene Rolle neu definieren
Als Angehöriger wird man oft zur Expertin / zum Experten für Demenzbetreuung. Aber man darf nicht vergessen: auch man selbst braucht Unterstützung.
- Hilfen & Ressourcen nutzen
Selbsthilfegruppen / Austausch mit anderen Betroffenen
Beratungsstellen, Alzheimer-Vereine
Entlastungsangebote (z. B. Tagespflege, stundenweise Pflegeservice)
Wissensaufbau: Je mehr man versteht, desto besser kann man handeln
Kommentar hinzufügen
Kommentare