Was tun bei zu wenig Personal?
von © Michael Bleek, Der Gerontotherapeut, 2026
Vorab:
Ich weiß das es eines der größten Probleme ist und ich auch nicht den heiligen Gral als Lösung anbieten kann.
Dies hier gilt lediglich als kleiner Lichtblick was man vielleicht anders machen kann.
1. Fokus auf „Qualität vor Quantität“
Mikro-Aktivierungen: Nutzen Sie die „Zwischenräume“. Ein dreiminütiges, intensives Gespräch beim Begleiten zum Essen oder ein gemeinsames kurzes Lied während des Wartens auf die Pflege ist wertvoller als eine gehetzte Gruppenstunde.
Präsenz zeigen: Manchmal ist bloßes „Dasein“ wichtiger als Aktionismus. In Stressphasen wirkt eine ruhig im Wohnzimmer sitzende Betreuungskraft wie ein Anker für demente Bewohner.
2. Alltagsintegrierte Ressourcen nutzen
In der modernen Betreuung geht es nicht darum, die Bewohner zu „bespaßen“, sondern sie am Leben teilhaben zu lassen.
Biografische Routine: Integrieren Sie Bewohner in kleine Hausarbeiten (z. B. Servietten falten, Blumen gießen). Das fördert das Selbstwertgefühl und entlastet das Milieu, ohne dass Sie ein separates Programm vorbereiten müssen.
Peer-Support: Fördern Sie die Interaktion zwischen fitten und weniger fitten Bewohnern. Ein „Patensystem“ unter Bewohnern kann die soziale Isolation mindern, wenn Sie gerade an anderer Stelle gebraucht werden.
- Mehr Gruppenangebote.
Dies sorgt für sehr Bewohner für Abwechslung und Freude.
4. Selbstmanagement und Abgrenzung
Sie können nur geben, was Sie selbst haben. Fachkraftmangel darf nicht zu Ihrer chronischen Selbstaufgabe führen.
Priorisierung nach Tagesform: Schätzen Sie morgens die Dynamik im Wohnbereich ein. Ist die Unruhe hoch? Dann streichen Sie komplexe Angebote zugunsten von basaler Stimulation oder beruhigender Musik.
Transparenz gegenüber Angehörigen: Kommunizieren Sie offen, aber professionell: „Heute bieten wir eine Kleingruppe an, um auf die individuellen Bedürfnisse besser einzugehen.“
Psychische Hygiene: Nutzen Sie Übergaben für kollegialen Austausch. Das Gefühl, mit der Last nicht allein zu sein, beugt Burnout vor.
Fazit: In Zeiten von Personalnot ist die Betreuungskraft nicht die „Lückenbüßerin“ für die Pflege, sondern die Expertin für die Lebensqualität. Weniger Programm, dafür mehr echte Begegnung ist oft der Schlüssel.
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